SAP Business OneHANADatenanalyse

Braucht SAP Business One wirklich HANA im Alltag?

Was HANA in SAP Business One im Arbeitsalltag konkret ändert, welche Funktionen es nur dort gibt und was auch mit SQL Server läuft.

Marius Henning
Marius Henning
· 3 Min. Lesezeit
Braucht SAP Business One wirklich HANA im Alltag?

Kurz gesagt: Für Belege, Lager, Einkauf, Verkauf und Buchhaltung brauchst du kein HANA. SAP Business One kann auf Microsoft SQL Server genau dasselbe. HANA ändert deinen Alltag an zwei Stellen: Auswertungen über viele Belege laufen schneller, und es gibt eine Handvoll Funktionen, die SAP nur für die HANA-Edition anbietet. Ob du die brauchst, entscheidet, ob sich der Umstieg für dich lohnt.

Dieser Artikel zeigt, was das konkret heißt. Ob und wie du migrierst, was die Migration kostet und wie du sie vorbereitest, steht im Hauptartikel HANA-Migration: Entscheidung, Vorbereitung, Kosten.

Funktionen, die es nur mit HANA gibt

Laut SAP-Dokumentation zu Version 10.0 Feature Package 2608 sind diese Funktionen an SAP HANA gebunden:

FunktionWas sie im Alltag bringtWer sie nutzt
Enterprise Searchein Suchfeld über alle Stammdaten und Belege, ähnlich einer Websuche, statt Suche Maske für Maskealle, besonders Vertrieb und Innendienst
Pervasive AnalyticsKennzahlen und Diagramme direkt in Masken, eigene Dashboards ohne ProgrammierungGeschäftsführung, Vertriebsleitung, Controlling
Fiori-CockpitStartseite mit Kacheln für offene Aufträge, Umsätze oder Beständealle, die morgens einen Überblick brauchen
Intelligent ForecastAbsatzprognosen aus der Verkaufshistorie als Grundlage für die BedarfsplanungEinkauf und Disposition
HANA-Analysekacheln im Web ClientÜbersichts- und Diagrammkacheln auf Basis vordefinierter AnalysemodelleAußendienst und Management im Browser

Wenn du bei keiner dieser Zeilen denkst “genau das fehlt uns”, ist das ein klares Signal: Die Funktionen allein tragen den Umstieg bei dir nicht.

Was auch ohne HANA funktioniert

Hier halten sich einige Missverständnisse. Die folgenden Punkte gelten für beide Editionen:

ThemaGilt für SQL Server und HANA
Web Client im Browserja, auf SQL Server unter Windows installiert
Service Layer für Schnittstellenja
KI-Funktionen aus Feature Package 2608, etwa Ask AI und Abfragen per KIja, sie laufen über die SAP Business Technology Platform
Belege, Masken, Berechtigungen, Genehmigungsverfahrenidentisch
Wartung von Version 10.0laut SAP bis 31.12.2028 für beide Editionen

Der Web Client ist also kein Grund für HANA. Er braucht laut SAP mindestens 6 GB Arbeitsspeicher auf dem Server, das gilt unabhängig von der Datenbank.

Wo du die Geschwindigkeit merkst

HANA hält die Daten spaltenweise im Arbeitsspeicher. Das hilft immer dann, wenn eine Auswertung viele Belege zusammenfasst, und kaum, wenn du einen einzelnen Beleg erfasst.

VorgangUnterschied zu SQL Server
Einzelnen Auftrag oder eine Rechnung erfassenkaum spürbar
Offene Posten eines Kunden aufrufenkaum spürbar
Umsatzauswertung über mehrere Jahre und Artikelgruppendeutlich
Lagerbewertung und Bestandslisten über viele Artikeldeutlich
Selbst geschriebene Abfragen über große Tabellenoft deutlich, wenn sie für HANA sauber umgeschrieben sind

Pauschale Faktoren wie “zehnmal schneller” helfen dir bei der Entscheidung wenig, weil sie stark von Datenbank, Abfrage und Hardware abhängen. Belastbar ist ein Vergleich mit deinen eigenen Berichten. Den liefert die Testmigration, bei der dein Produktivsystem unverändert weiterläuft.

Drei Alltagssituationen

Vertrieb: Dein Innendienst sucht einen Vorgang und kennt nur einen Teil des Kundennamens und das ungefähre Datum. Auf SQL Server geht er durch die Suchmasken von Auftrag, Lieferung und Rechnung. Mit der Enterprise Search tippt er den Begriff einmal ein und sieht alle passenden Belege und Stammdaten.

Geschäftsführung: Du willst jeden Morgen Umsatz, Auftragseingang und offene Posten sehen. Auf SQL Server baut das jemand als Abfrage oder Excel-Bericht. Auf HANA legst du dir ein Dashboard im Cockpit an, das beim Öffnen aktuell ist.

Einkauf: Deine Disposition plant Bestellungen nach Bauchgefühl und Vorjahreszahlen in Excel. Mit Intelligent Forecast schlägt SAP Business One Prognosen aus der eigenen Verkaufshistorie vor, die in die Bedarfsplanung einfließen.

Wenn du dich in zwei dieser drei Situationen wiederfindest und die Auswertungen bei dir heute Minuten statt Sekunden dauern, lohnt sich ein genauer Blick auf die HANA-Migration zum Festpreis. Wenn nicht, ist ein gepflegtes System auf SQL Server 2022 die wirtschaftlichere Wahl.

Häufige Fragen

Läuft der Web Client nur mit SAP HANA?
Nein. Den Web Client gibt es laut SAP auch für die SQL-Server-Edition, dort wird er unter Windows installiert. Nur die HANA-Analysekacheln im Web Client setzen SAP HANA voraus.
Sind die KI-Funktionen von SAP Business One an HANA gebunden?
Nein. Ask AI und das Erstellen von Abfragen per KI aus Feature Package 2608 sind Funktionen des Web Clients und laufen über SAP AI Core auf der SAP Business Technology Platform. Die SAP-Dokumentation schränkt sie nicht auf HANA ein.
Ist SAP Business One mit HANA schneller?
Bei Auswertungen über viele Belege meist deutlich, weil HANA die Daten im Arbeitsspeicher spaltenweise hält. Beim Erfassen einzelner Belege merkst du kaum einen Unterschied. Wie groß der Effekt bei dir ist, zeigt am zuverlässigsten eine Testmigration mit deinen echten Berichten.
Muss ich für Dashboards auf HANA umsteigen?
Für die Dashboards aus Pervasive Analytics und das Fiori-Cockpit ja, die gibt es nur auf HANA. Einfache Kennzahlen und Listen bekommst du auch auf SQL Server über Abfragen, den Web Client oder Excel.

Aktualisiert am 5. November 2026

Marius Henning
Marius Henning
SAP Business One Berater
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